2005 – Vernetzung im Gesundheitswesen

Die Universität Kassel und das Institut für Marketing u. Kommunikation in der Gesundheitswirtschaft organisierten die Zentrale Marketing-Tagung für die Gesundheitswirtschaft am 23. und 24. September 2005 in Kassel. Zwanzig verschiedene Referenten, Workshops und Sessionen wurden angeboten. Diese Veranstaltung bot neben verschiedenen allgemeinen Informationen zu Marketing auch einen Fokus auf Vernetzung der komplementären Leistungsersteller im Gesundheitswesen.

Namhafte Experten schreiben dem nächsten konjunkturellen Aufschwung den Bereich der Gesundheit zu. Was im 18. Jahrhundert die Dampfmaschine, im 19. Jahrhundert die Eisenbahn und ab 1950 die Automobil-Industrie mit ihrer individuellen Mobilität konjunkturell ausrichtete, soll nun die Biotechnologie und die Gesundheit sein.
Die Experten raten jedoch zum Umdenken, denn aus Krankheitspolitik muss Gesundheitspolitik werden. Die Gesundheit sollte aktiv erhalten und als ein sich ständig im Fluss befindliches Kontinuum angesehen werden. Hierbei zählt nicht nur eine körperliche Fitness, sondern auch die Berücksichtigung des familiären und sozialen Umfeldes, des Arbeitsbereiches und der geistigen Sphäre des Menschen. Man kann hier auch von der psychosozialen Kompetenz des Menschen
sprechen. Diese Kompetenz wird in Zukunft immer mehr zum Wettbewerbsfaktor aller Unternehmen. Um den konjunkturellen Aufschwung durch die Gesundheitsbranche zu forcieren, bedarf es jedoch einer Reorganisation
– wobei sich die Gesellschaft und die Wirtschaft neu definieren müssen. Am wichtigsten erscheint hier die Neuausrichtung und Vernetzung der Leistungsanbieter im Gesundheitswesen sowie die zunehmende Selbstverantwortung des Einzelnen für seine Gesunderhaltung. Das kurative Gesundheitswesen wird demgemäß durch ein präventives Gesundheitswesen komplementiert werden.

Gesundheit ist das Thema Nummer eins, das ergab eine Umfrage bei Personen im Alter von 35 bis 70 Jahren. Dies ist auch der Grund, warum die Ausgaben für Gesundheit in allen OECD-Ländern mit stetiger Tendenz derzeit schneller steigen als das Bruttosozialprodukt. Denn neben wachsendem Gesundheitsbewusstsein aller, wird sich die Zahl der Senioren in den nächsten 30 Jahren mehr als verdoppeln. Die Ausgaben der kurativen Medizin werden entsprechend steigen.

Alle Leistungsanbieter des kurativen Gesundheitswesens, also Ärzte, Apotheker, die pharmazeutische Industrie sowie Krankenkassen, müssen ihr Leistungsspektrum daher grundlegend neu ausrichten, um so von den zukünftigen Trends zu profitieren. Bisher sind diese jedoch zu wenig in funktionierenden Dienstleistungsnetzen lokal oder regional verbunden. Marketingkonzepte, die aus der Abgabestelle für Arzneimittel (Apotheke) ein ganzheitliches Gesundheitsberatungszentrum machen, können lediglich vereinzelt beobachtet werden. Netzwerkkonstrukte rund um das Thema körperliche, geistige und soziale Gesundheit, sowie Gesundheitsförderung fehlen also (Lonsert, M., Absatzwirtschaft 8/2005).

Es sind exakt die geforderten Netzwerkkonstrukte, die das Institut in Kooperation mit der Universität Kassel zur Organisation der Zentralen Marketing-Tagung (ZeMark) bewog. Am 23. und 24. September wurden daher in Kassel die Chancen und Risiken des Netzwerkaufbaus im Gesundheitswesen erläutert und sämtliche Rahmenbedingungen der tatsächlichen Vernetzung geschaffen.

ZeMark Flyer.pdf
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