2013 - Die Zukunft der Gesundheitswirtschaft

Tagung führt in die Zukunft des Gesundheitswesens

ZeMark mit namhaften Rednern in Kasseler Habichtswaldklinik

 

Kassel, 14. Oktober 2013. Zum internationalen Tag der seelischen Gesundheit fand am Donnerstag in der Kasseler Habichtswaldklinik mit der vom Kernke-Institut für Marketing und Kommunikation intiierten ZeMark eine Tagung zu Themen rund um die Zukunft im Gesundheitswesen statt. Geschäftsführerin Dr. Sylvia E. Kernke begrüßte namhafte Redner, darunter auch Dr. Rüdiger Dahlke, der als Begründer der ganzheitlichen Medizin gilt.

 

Dahlke verdeutlichte, dass jeder Mensch mit seinem eigenen „Inneren Arzt“ ein Bündnis zur Genesung eingehen könne, zeigte zudem auf, wie und an welchen Stellen für moderne Gesundheitsdienstleister die dringend notwendige Ganzheitlichkeit umsetzbar sei. „Bezieht die Medizin nicht nur den Körper, sondern auch Seele und Geist mit ein, dann verlieren wir den Patienten, und zwar an die Gesundheit,“ so Dahlke. Darunter kranke das Gesundheitssystem in seiner derzeitigen Ausrichtung, denn an gesunden Menschen sei eben kein Geld zu verdienen.

 

Eine grundlegende Neuausrichtung des Gesundheitssystems fordert auch der Münchner Zukunftsforscher Erik Händeler, der das Gesundheitswesen als kommenden Wirtschaftsmotor sieht. „Das Gesundheitsbewusstsein der Patienten wird stetig steigen“, sagt Händeler. „Menschen werden künftig verstärkt Präventionsleistungen abfragen und ganzheitliche Gesundheitspflege mit fast religiösem Charakter betreiben.“

 

Dass der Informationsbedarf an Gesundheitsthemen in der Bevölkerung wachsen wird, liegt auch für Prof. Dr. Dominik Groß auf der Hand. „Die ethisch und moralisch einwandfreie Kommunikation zwischen Arzt und Patient wird immer wichtiger und dient damit auch dem Erfolg eines guten Genesungsverhältnisses“, so der Medizin-Etiker der Universität Aachen. In seinem Sinne dürften somit die Bemühungen von Prof. Dr. Anke Simon von der Dualen Hochschule Stuttgart um Patientenorientierung und das Erfüllen der Patientenerwartungen sein, was laut der Expertin nur durch eine zielgerichtete Abfrage der Patienten-Wünsche funktioniert.

 

Dr. Volker Schmiedel, ärztlicher Tagungsleiter, fesselte die Zuhörer mit seinen Empfehlungen zur Burnout-Vermeidung. Der Kasseler Arzt wurde zudem im Rahmen der Tagung vom Zentralen Marketing-Club der Gesundheitswirtschaft und Medizin mit einem Sonderpreis für gelebtes Marketing und Patientenorientierung geehrt. „Schmiedel versteht es wie kaum ein anderer, ungewöhnliche Wege und Kombinationen der Heilung zu gehen, für ihn gibt es keine Standardisierung“, sagt Dr. Sylvia Kernke. Über eine Auszeichnung freute sich auch Laura Heinnickel aus Baden Württemberg, die sich in ihrer Bachelorarbeit dem Thema Patientenbeschwerden gewidmet hat. Für die aufklärende Kampagne mit dem Titel „Jede Minute zählt“, mit der das Bewusstsein für Herzinfarkte geschärft und präventive Maßnahmen kommuniziert wurden, ging ein zusätzlicher Preis an das Klinikum Ingolstadt. „Die Information, was im Falle eines Herzinfarktes zu tun ist, rettet Leben“, sagt Kernke. Damit habe sich der Maximalversorger ein weiteres Mal als kompetenter Ansprechpartner für Gesundheitsleistungen positioniert.

 

Dass nicht nur Herzinfarkte durch Musik reduziert werden können, sondern das Lauschen von Musik auch für andere Erkrankungen bzw. deren Vorbeugung effektiv sein kann, zeigte Vera Brandes auf, die an der Universität Salzburg forscht: „Mittels gezielter musikalischer Einsätze sind wissenschaftlich fundierte Gesundheitsunterstützungen möglich.“ Was Kunst im Allgemeinen im Genesungsprozess zu leisten vermag, verdeutlichte Dr. Karl-Heinz Menzen aus Wien und führte beeindruckende Studien auf, die Erfolge insbesondere bei psychosomatischen Erkrankungen, psychischen Störungen oder auch bei schütteltraumatisierten Kindern aufzeigen.

 

Da auch das Gesundheitswesen der Zukunft nicht ohne Datensicherheit und Datenschutz auskommen wird, informierte Stephan Moers, wie leicht Sicherheitslücken aufgespürt werden können und was zu tun ist, um Diskretion und auch Ethik bis ins letzte Detail zu leben. Petra Perleberg aus Hamburg rundete mit ihrem Vortrag zu Standardisierungen und Verfahrensregeln in der Gesundheits-Kommunikation das Tagungsprogramm ab und gab den Kommunikationsprofis reichlich Tipps, an welchen Stellen in Marketing und PR besonderes Fingerspitzengefühl gefragt ist.

 

 

Veranstaltungsflyer 2013
ZeMark_2013_Veranstaltungs-Programm.pdf
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