Inhalte der Vorträge und Workshops

am 29.09.2016 werden folgende Inhalte Gegenstand unserer Tagung sein:

 

Alle Vorträge

 

Braucht das Krankenhaus einen Chief Marketing Officer (CMO)?

 

Die zentrale Aufgabe des CMO besteht aus der Leitung des gesamten Marketings eines Unternehmens. Der CMLO ist für die Bereiche Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik verant-wortlich. Die Markenführung und Strategieentwicklung sind Schlüs-selelemente dieser Position. Marktforschung und das Testen von neuen Produkten ist ein wesentlicher Bestandteil der Kundennähe. Fehlinvestitionen werden dadurch minimiert und Fehlentscheidungen behoben. Ein CMO zählt zu den führenden Positionen eines Unter-nehmens und verfügt über Entscheidungskraft. Meistens ist ein CMO Mitglied des Vorstands - somit berichtet er auch an den Vorstand. Die erfolgreiche Positionierung der Marke bei der Zielgruppe, was zum langfristigen Unternehmenserfolg beiträgt, ist das Ziel des CMO´s. Im Vortrag wird daher kritisch beleuchtet, ob eine Gesundheitseinrichtung einen Chief Marketing Officer benötigt, um das Unternehmen und seine Leistungen am Marktbedürfnis auszurichten.

(Prof. Dr. D. Matusiewicz)

 

 

Neue Herausforderungen für die Fachabteilung im Krankenhaus

Bewältigungs- und Lösungsstrategien

 

Zentrale Herausforderungen für das Krankenhaus sind: demografischer Wandel, Fachkräftemangel und knappe wirtschaftliche Ressourcen. Ökonomische Zielsetzungen rücken in den Mittelpunkt, die Geschäftsführungen geben den Weg vor. Ärzte geraten zuneh- mend in den Konflikt, hohe Versorgungsqualität mit Wirtschaftlichkeit kompatibel machen zu können. Ein Paradigmenwechsel ist zwingend. Im Mittelpunkt stehen muss der Patient. Dies wird allmählich erkannt. Qualität wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Dies verdeutlicht auch das gerade in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz (KHSG). Vage bleibt allerdings, was Qualität genau sein soll, wie sie bewertet und ggf. konkret sanktioniert werden kann. Im Vortrag wird die Sicht auf Qualität und Kundenorientierung  erweitert und spezifiziert. Forderung ist der Wechsel von der bisherigen eindimensionalen zu einer multidimensionalen Qualitätsperspektive im Kontext der Um- setzung von Unternehmensstrategien wie „Interner Kunde“ und „Kooperative Kundenorientierung“. Der Fachabteilung kommt bei der Umsetzung die entscheidende Rolle zu. Sie muss im Sinne gemein- samer Managementverantwortung eng mit der Geschäftsführung kooperieren. Dies gilt z.B. für Strategien zur Bindung und Rekrutierung von Patienten, Einweisern und Mitarbeitern, aber auch für die Umset- zung von Qualität auf Abteilungsebene.  Wie konkret vorgegangen werden kann, wird unter Einbeziehung von Lösungsvorschlägen und  praktischen Tipps  ausgeführt.

(Prof. Dr. W. Hellmann)

 

 

Big-Data-Text-Analysen für Patienten und Krankenhäuser

Krankenhäuser sind in Deutschland seit dem Jahr 2005 gesetzlich verpflichtet, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte zu erstellen - diese sollen Ärzten und dem Krankenhausmanagement, aber auch den Patienten zur Orientierung dienen.

Entsprechen diese Berichte den Wünschen und Kritiken der Zielgruppen, für die sie bestimmt sind?

Bei der Analyse werden unzählige Meinungen in Foren und sozialen Netzwerken sowie Bewertungen mittels "Text Mining" ausgewertet und anschließend die Ergebnisse vorgestellt. Außerdem werden mittels Big-Data-Technologien (anonymisierte) Patientenakten analysiert und aufbereitet, wie zum Beispiel anhand des Behandlungsverlaufs, wobei Krankheiten identifiziert werden können, die weder Arzt noch Patient auf dem "Bildschirm" hatten.

(Prof. Dr. R. Buchkremer)

 

 

„Kooperation ist Marketing - Kooperation ist nicht Korruption:

 

Im Klinikbereich ist die enge Verzahnung zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten medizinisch wünschenswert und in der Regel gelebte Praxis. Der Gesetzgeber sieht sich aber bemüht, mit der Abfassung eines sehr weiten Korruptionsstrafrechts massiv in die Ausgestaltung derartiger Kooperationen einzugreifen. Es folgt somit die spannende Frage: Welche Tools und Kooperationsformen sind auch im Jahr 2016 zulässig? Welche Vorgabe muss man beachten?“

 

Im Workshop sollte daran anknüpfend erörtert werden, welche Initiativen derzeit am Markt stattfinden. Praxiserfahrungen aus Projekten sollen herausgearbeitet werden und Möglichkeiten geplant werden.

(Stefan Rohpeter)

 

 

Interne Kommunikation goes mobile – die Mitarbeiter-App der Uniklinik RWTH Aachen

 

Interne Kommunikation hat den Anspruch möglichst viele Mitarbeiter zu erreichen und mit den strategischen Botschaften des Hauses zu bespielen, zu motivieren, zu integrieren und zu unterhalten. Was aber, wenn Teile der Mitarbeiterschaft (etwa die Berufsgruppe der Pflege) in ihren Mediennutzungsgewohnheiten aus dem üblichen Medienmix von Intranet, Mitarbeiterzeitschrift und Führungskräftenewsletter hinaus-fallen oder schlicht nicht mehr die Zeit haben, diese im Stationsalltag zu nutzen? Die Uniklinik RWTH Aachen hat sich vor diesem Hinter- grund entschieden, eine App speziell für Mitarbeiter zu entwickeln. Der Vortrag schildert die Entwicklung, Machart, technische Umsetzung und Einführung der App.  

(Dr. M. Brandstädter)

    

 

Kommunikation im Change - Die Zauberformel der Veränderung

 

Wie wichtig sind Motivationsreden / Storytelling und was sind die zu beachtenden Kriterien?

 

Veränderung ist Alltag im Krankenhaus. Fusionen, Führungswechsel und neue Kooperationen fordern alle Mitarbeiter. Parallel wird der Ruf nach einer stärker fokussierten Kundenorientierung laut. Der Kunde/Patient sucht Sicherheit, Kompetenz und Sympathie und findet in vielen Kliniken durch Change verunsicherte Mitarbeiter und fehlende dienstleistende Führungskräfte mit Vorbildcharakter.

 

Was braucht es also, um Veränderung im Unternehmen erfolgreich anzustoßen?  In vielen Fällen bedeutet Veränderung, bewährte, lieb gewonnene Routinen hinter sich zu lassen. Alles was man neu lernt, neu anpackt, wird mehr Energie brauchen, als das, was man schon seit geraumer Zeit tut. Den Fähigkeiten und den Ressourcen im Unternehmen kommen somit grundlegende Rollen zu. Das ist vielen Mitarbeitenden klar und auch die Bereitschaft ist vorhanden, wenn die Notwendigkeit verstanden wird. Es gilt Mut und Selbstvertrauen der Betroffenen zu wecken.

 

Mit der Zauberformel der Veränderung soll in diesem Workshop aktiv eine Methode der Veränderungskommunikation ausprobiert werden. Zudem soll deutlich werden, was sie bewirken kann. Es werden im Workshop Reden entwickelt, die begeistern sollen und Kernbotschaften transportieren. Eine Feedbackrunde schließt den Workshop ab. 

(P. Perleberg)

 

Verpackung für ein Krankenhaus

 

Kann man ein Krankenhaus verpacken? Wenn dem so ist, so sollte der Begriff „Gesundheitshaus“ verwendet werden. Das wäre schon der erste Ansatz für die „Verpackung“ einer Klinik. Im Workshop werden auch die Fragen, „Wie kann Design ein solches Gesundheitshaus verändern?“, „Was kann Design in der Klinik leisten?“ beantwortet. Der Verpackungs- und Markenspezialist wird auch auf die Erforder- nisse des Markenaufbaus, national sowie international eingehen. (Knut Hartmann)

 

 

Effiziente Krisenkommunikation – ein praktisches Schema

 

Krisen sind mehr oder weniger ein fester Bestandteil jeder Unterneh-mensgeschichte. Kunstfehler, Hygieneprobleme, wirtschaftliche Verluste, Ärztemangel, Produktfehler oder Brände und Baufehler - Krisen im Krankenhaus sind gar nicht so selten, verzeihen Vorständen und Kommunikationsfachleuten aber keine Fehler. Hier zeigt sich schnell, wer sein Handwerk beherrscht und wer sofort ins Schlingern gerät. Ausgehend von einer soliden Aufschlüsselung der Krisentypen bietet der Vortrag ein Konzept der kommunikativen Intervention im akuten Krisenfall sowie ein speziell auf die Gesundheitswirtschaft abgestimmtes Konzept der Prophylaxe, Früherkennung und Nach- bereitung von Krisen. Anhand von Best und Worst Practices sowie eines Fahrplans wird geziegt, wie gelungene Krisenkommunikation aussehen sollte und welche Binsenweisheiten sich in der Praxis als untauglich erwiesen haben.

(Dr. M. Brandstädter)

 

 

Zwei mit dem ZeMark-Med Award 2015 ausgezeichnete Kliniken, das Alice-Hospital Darmstadt sowie das Klinikum Ingolstadt, präsentieren die best-practice-Konzepte und Strategien, die marktorientiert und erfolgreich sind.